Kreisweiter Fachtag Kindertagespflege

Ahaus- Beim zweiten kreisweiten Fachtag Kindertagespflege im Kulturquadrat in Ahaus informierten sich am 18. Oktober 2018 rund 120 Teilnehmerinnen aus dem ganzen Kreisgebiet zum Thema „Familie im Wandel – Die Kindertagespflege ist dabei“.

Nachdem lange das bürgerliche traditionelle Familienbild (Vater, Mutter, Kind) vorherrschte, werden heute vielfältige andere und neue Formen von Familie (z. B. veränderte Erwerbsbiographien von Frauen und Männern, Patchwork, Alleinerziehende) gelebt. In der Kindertagespflege haben veränderte Familienformen längst Einzug gehalten. Tagespflegepersonen gehen professionell mit den veränderten Lebenswirklichkeiten um. Sie stellen sich den vielfältigen, sich teilweise sogar widersprechenden Herausforderungen.          „Familie im Wandel“ – unter diesem Motto fand daher am 18.Oktober 2018 der zweite Fachtag für Kindertagespflege im Jugendamtsbezirk des Kreises Borken statt.

Der Einladung des aktuellen forums Ahaus mit vielen Kooperationspartnern folgten an diesem Tag über 100 Tagespflegepersonen aus dem gesamten Kreisgebiet.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit Grußworten u.a. von Frau Brigitte Watermeier als Leiterin des Kreisjugendamtes sowie des Ersten Beigeordneten der Stadt Ahaus Herrn Hans-Georg Althoff und dem Leiter der Volkshochschule Ahaus, Dr. Nikolaus Schneider.

In einem einführenden Vortrag schilderte Frau Prof. Dr. Ecarius von der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln den Wandel von Familie aus soziologischer Perspektive.

Welche Familienbilder gibt es? Womit sind (Tages-) Elternhäuser als Orte der Erziehung und Bildung konfrontiert? Wie fügt sich das Verschwinden von handlungsorientierten Erfahrungen und Erwartungen durch einen sozialen Wandel in das Aufwachsen von Kindern ein? Und nicht zuletzt: Wie steht das Idealbild von Familie dem Alltagsbild von Familie gegenüber?

Im Anschluss an den Impulsvortrag hatten die Teilnehmerinnen in verschiedenen Workshops die Möglichkeit, ihre eigene individuelle Perspektive und professionelle Haltung in Bezug auf veränderte Lebenswelten der Familien und Kinder in den Blick zu nehmen:

–       Eigene Ressourcen

–       Interkulturelle Betrachtungen von Familie

–       Elternarbeit und Gesprächsführung

–       Familien mit besonderen Belastungen

–       Grundschulkinder in der Kindertagespflege

–       Zusammenhang zwischen Bindung und Bildung (verplante Kindheit)

Ein interdisziplinäres Team aus fachkundigen Referenten stand den Teilnehmenden der     Workshops zu einem intensiven Austausch zur Verfügung.

Ein musikalischer Abschlussimpuls durch Saxophon und Klavier rundete den Fachtag ab. Eine wichtige Rückmeldung der Tagespflegepersonen war, dass man sich auf den nächsten Fachtag freut.